ein Programm von: beratungsgruppe.at

Aufsuchendes Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit
in bildungs- und sozialbenachteiligten Migrantinnenfamilien


 
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Zielgruppe

Aktion Gesunde Seele  wendet sich an die schwer erreichbare Zielgruppe der Migrantinnen mit besonders niedrigem SES, vorwiegend aus dem türkisch-muslimischen Kulturkreis, an Mütter und ihre Kinder sowie an die Großmütter. Über die Frauen wird dann auch die ganze Familie erreicht. Es handelt sich dabei um jene in Österreich lebende Bevölkerungsgruppe mit den größten gesundheitlichen Belastungen.
 

Determinanten der Gesundheit

Quelle: Fonds Gesundes Österreich:

Vor allem die folgende Idee steht hinter dem Determinanten-Konzept: Sowohl die Verhältnisse, in denen wir leben, als auch unser Verhalten können uns gesund erhalten oder krank machen. Die Determinanten der Gesundheit sind jene bestimmenden Faktoren, die unsere Gesundheit wesentlich beeinflussen. Zusammenfassen lassen sich diese Faktoren in drei große Bereiche:

  • sozioökonomische Faktoren und umweltbedingte Verhältnisse
  • Lebensweisen und Lebensstile
  • Individuelle Faktoren – also Alter, Geschlecht und erbliche Faktoren


Die Determinanten für Gesundheit und Krankheit und ihre Ursachen werden entscheidend in den physischen und sozialen Umwelten des Menschen geschaffen. Daher ist es die Kernaufgabe der Gesundheitsförderung, Einzelne und Gemeinschaften darin zu stärken, mehr Kontrolle über die bestimmenden Faktoren der Gesundheit zu gewinnen. Die Gesundheitschancen der gesundheitlich und sozial belasteten oder schwachen Bevölkerungsgruppen müssen dabei besonders verbessert werden. Denn Armut stellt immer noch die größte Bedrohung für Gesundheit dar.

   


Angesichts der Gesundheitsdeterminanten ist die Zielgruppe von Aktion Gesunde Seele  in mehrfacher Weise belastet:

  • Frauen/Mütter mit sehr niedriger Schulbildung
  • sehr traditionell erzogene Frauen
  • Migrantinnen mit schlechten Deutschkenntnissen
  • Frauen/Familien mit sehr niedrigem beruflichem Status
  • Frauen/Familien mit sehr niedrigem Einkommen
  • Erwachsene und Kinder in kinderreichen Familien
  • sozial isolierte Frauen
  • alleinerziehende Frauen


In Bezug auf die psycho-soziale Gesundheit der Zielgruppe ist zu berücksichtigen dass:

  • zwischen 80 und 90 % der Frauen keinen Pflichtschulabschluss haben
  • in ihrem Herkunftsland zumeist nur 5, höchsten 8 Schuljahre absolvierten
  • viele kaum lesen können, auch nicht in der Muttersprache
  • gemäß einem sehr traditionellen Frauenbild sozialisiert wurden und ihre Erziehung vor allem auf ihre künftige Rolle als Hausfrau und Mutter ausgerichtet war
  • wenige ihren Ehepartner selbst gewählt haben und die Migration keine eigene Entscheidung war
  • die Frauen abhängig sind von den Entscheidungen der Familien und ihrer Ehegatten
  • die Frauen kaum lernen konnten und durften, eigene Entscheidungen zu treffen, und sich daher oft auch nicht (zu)trauen selbstbestimmt zu handeln
  • die Frauen die Ursachen für ihre Unzufriedenheit - ihr 'Nichtwohlfühlen' - und depressiven Verstimmungen in erster Linie auf eigenes, selbstverschuldetes Versagen zurückführen
  • den Frauen die Zusammenhänge zwischen psycho-sozialen und körperlichen Symptomen (z.B.Kopfschmerzen, Herzrasen, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen) nicht kennen
  • es in der Projektzielgruppe tabuisiert ist, psychische Beschwerden zuzugeben, darüber zu sprechen oder gar nach außen zu tragen und Beratungs- und Behandlungseinrichtungen aufzusuchen


 




 

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last update: 13.08.2012